Hier ist jeder Student gleich. Man macht die gleichen Prüfungen, man lernt die gleichen Dinge. Viele wissen schon, was sie im Studium der Medizin erwartet. Sie haben schon von den Prüfungen gehört und sind vielleicht sogar mal in einer Vorlesung gewesen. Trotzdem kann der geneigte Leser, welche Erfahrungen er oder sie auch immer schon gemacht hat, hier ein wenig über den Ablauf des Studiums erfahren.
Die Zulassung zum Studium sollte zwar schon hinreichend bekannt sein, allerdings ist dieser Schritt nichts desto trotz ein wichtiger in der Laufbahn des Studenten. Was einige vielleicht nicht wissen ist, dass die Hochschulen teilweise sehr komplexe Systeme nutzen um ihre Bewerber aus zu wählen. So verwendet die Berliner Charité ein System, bei dem die Abiturnote, die Noten der Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie mit unterschiedlicher Gewichtung. Dazu werden auch die Noten der Fächer Deutsch und Englisch gewichtet. Am Ende ergibt sich ein Punktwert, welcher darüber entscheidet, ob man angenommen wird, ein Auswahlgespräch führen wird, oder eben abgelehnt wird. Bei einer erfolgreichen Studienplatzklage fällt dieser Schritt weg und man beginnt direkt mit dem Studium.
Ist man erst einmal im Studium beginnt der erste Teil der Ausbildung. Im so genannten vorklinischen Teil, sollen die naturwissenschaftlichen- und die sozialwissenschaftlichen
Grundlagen der Medizin vermittelt werden. In dieser Zeit lernt der Student, wie der menschliche Körper im Normalzustand funktioniert und aufgebaut ist. Der vorklinische Teil umfasst das erste bis vierte Semester und endet mit der ersten ärztlichen Prüfung, bei Studenten als „Physikum" bekannt. Weiterhin müssen ein Krankenpflegepraktikum von 90 Tagen absolviert werden und eine Ausbildung in Erster Hilfe vorhanden sein.
Es folgt der klinische Teil. Hier wird der Student ersten Kontakt mit den Spezialgebieten wie etwa Psychiatrie, Frauenheilkunde und Urologie machen. Dazu wird ein Einblick in die wissenschaftliche Forschung gegeben. Die Behandlung von Krankheiten wird ebenfalls in diesem Teil behandelt.
Zwischen der bestandenen ersten ärztlichen Prüfung und dem Beginn des praktischen Jahres, wird das Absolvieren von insgesamt vier Monaten Famulatur gefordert. Hierbei sollen die Studierenden mit der ärztlichen Patientenversorgung vertraut gemacht werden. Die Famulatur muss für einen Monat in einer ambulanten Krankenversorgung (z.B. Arzt-Praxis) und für zwei Monate in einem Krankenhaus absolviert werden. Der vierte Monat kann in einer der beiden genannten Einrichtungen absolviert werden.
Das praktische Jahr bildet den Abschluss der Ausbildung und wird in drei Ausbildungsabschnitte (innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin) unterteilt. Über eine Gesamtzeit von 16 Wochen werden die Studierenden „am Patienten" ausgebildet, wobei sie die im Studium erlernten Fähigkeiten erweitern und vertiefen sollen. Das praktische Jahr schließt mit der zweiten ärztlichen Ausbildung, dem so genannten „Hammerexamen".
Eine Besonderheit des Medizinstudiums liegt in der Promotion, die entweder während des Studiums über ca. 3-4 Semester, oder ganz klassisch als einzelnes Projekt über 1-2 Semester absolviert werden kann. (Eine Promotion in einem anderen Studium dauert gewöhnlich 3-5 Jahre!)