Scheidegg – nach nur 5 Monaten Bauzeit eröffnet am 30. Oktober der Baumwipfelpfad seine Treppen - ein 650 Meter langer Pfad auf einer Höhe zwischen 20 und 30 Metern über dem Waldboden. Die höchste Aussichtsplattform befindet sich auf einer Höhe von 35 Meter, was an klaren Tagen einen herrlichen Blick über den Bodensee und die Alpen bis weit in die Schweiz und Österreich ermöglicht. Um auch Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwagen diesen Ausblick zugänglich zu machen, wurde neben 14 Stahlmastern welche die festen Hängebrückenelemente halten, auch ein 50 Meter hoher Turm mit Aufzug erstellt.
An der Konstruktion die größtenteils aus Stahlelementen der Firma Biedenkapp aus Wangen im Allgäu besteht, waren hauptsächlich Firmen aus der Region tätig. Die Firma vistona gmbh aus Wangen-Geiselharz konnte ihren Beitrag mit den
Abdichtungsmaßnahmen des Aufzugsschachtes leisten. Schwierigkeiten ergaben sich auf Grund des massiven Fundamentes für den Aufzugsturm. Bauteilstärken bis zu einem Meter stellten die Spezialisten des Abdichtungsunternehmens vor eine Herausforderung bei der Wahl der Betonrezeptur. Beim Abbindeprozess des Beton entsteht eine Konzentration der Hydratationswärme im Kern des Bauteils, was ein Wärmeentwicklung von bis zu 75°C-80°C bedeutet. Auf der Aussenseite des Bauteils fließt die Wärme dagegen in den Waldboden und Luft ab, was eine Bauteiltemperatur von 10-15°C bedeutet. Diese Spannungsdifferenz von ca.65°C verursacht Zwangsspannungen und daraus resultierend die Gefahr der Rissbildung, welche Undichtigkeiten in der Weissen Wanne bedeutet.
Um den Wassereintritt in den Maschinenraum im Aufzugsschacht wurde eine speziell angepasste Rezeptur entwickelt um diesen Spannungsdifferenzen ab zu mindern und einer verstärkten Rissebildung entgegen zu wirken während. Die gewählte Rezeptur: C25/30; LH - XF1,XC4 besticht durch eine niedriger Hydratationswärmeentwicklung auf Grund einer langsamen Festigkeitsentwicklung. Dadurch entsteht die Wärme über einen längeren Prozess, was die Vermeidung von Differenzspitzen zur Folge hat. Zusätzlich wurden gezielte Maßnahmen durch längere Einschalfristen und Nachbehandlungszeiten getroffen um die Rissbildung einzugrenzen. Vistona konnte somit ein weiteres Projekt erfolgreich mit Ihrem System abdichten und somit Ihren Beitrag zum erfolgreichen Gelingen des Projektes beitragen.