Für geringe Summen sind Blogger bereit, Produkte im Firmenauftrag zu promoten, ergab eine Umfrage.
Der Vorzeige-Blogger Robert Basic wollte es wissen: Angesichts diverser Manipulationsversuche, die PR-Agenturen und Unternehmen jüngst in der Blogger-Szene initiierten, startete er eine Umfrage unter seinen Blogger-Kollegen, ab welcher Summe sie ein oder mehrere Blogpostings zugunsten einer Firma schreiben würden, ohne anzugeben, dafür Geld bekommen zu haben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur neun von 100 Online-Tagebuchautoren würden auf derartige Bestechungsversuche auf keinen Fall eingehen.
Die Mehrheit jedoch ließe sich kaufen – und das noch nicht einmal für viel Geld, wie die Umfrage zeigt: 16 Prozent der insgesamt 269 Umfrageteilnehmer würden schon für 500 Euro unternehmensfreundliche Postings verfassen. Ein weiteres Viertel wäre mit 1.000 bis 2.500 Euro zufrieden. 20 Prozent würden ab 5.000 Euro ein Auge zudrücken, höhere Summen sind für viele Weblog-Betreiber offensichtlich nur schwer vorstellbar. "Ich gebe zu, ich bin absolutely shocked über das Gesamtergebnis", schreibt Robert Basic in seinem Weblog – und hofft insgeheim, dass er es den Bloggern durch das beschriebene Szenario besonders leicht gemacht hat, alle moralischen Bedenken über Bord zu werfen: Die potenzielle Firma hatte nämlich ein sauberes Image, ein gutes Produkt, ein hohes soziales Engagement, eine super Mitarbeiterpolitik, aber aufgrund eines schwachen Produktabsatzes seien 1.000 Arbeitsplätze bedroht. Robert Basic selbst ist zu Marketingzwecken nicht ganz so günstig zu instrumentalisieren: Nach eigenen Aussagen würden ihn erst Beiträge ab 50.000 Euro langsam zum Grübeln bringen.