„9 Cent Tarif" ist derzeit einer der am häufigsten fallenden Begriffe in der Mobilfunkbranche. Denn: Nie zuvor konnten die Kunden so günstig telefonieren. Das bedeutet aber auch, dass nie zuvor die Gewinnspannen so gering waren. Dementsprechend wirkt sich das neue Preisgefüge auch auf den Wettbewerb aus: Derzeit herrscht ein Preiskampf, der in seiner Intensität in etwa mit dem auf dem Festnetztelekommunikationsmarkt vergleichbar ist.
Die Idee hinter den 9 Cent Tarifen ist denkbar einfach: Dem Kunden soll die Möglichkeit gegeben, zu einem einheitlichen Preis alle gängigen Leistungen zu beziehen. Unabhängig davon, ob also in ein Fest- oder Mobilfunknetz telefoniert wird, oder ob Kurzmitteilungen verschickt werden: es fällt immer dasselbe Entgelt an. Wie die Tarifbezeichnung bereits vermuten lässt, liegt dieses bei ca. 9 Cent. Im
Prepaid Vergleich kann man diese Marke gut nachvollziehen.Vereinzelt geht es sogar noch günstiger. So bietet
Maxxim - ein neuer Prepaid Discounter - mittlerweile Tarife für 8 Cent in alle Netze.
Finanziert werden können diese günstigen Verbrauchspreise seitens der Anbieter durch massive Einsparungen in den Segmenten Vertrieb und Service. Beides erfolgt in Bezug auf die 9 Cent Tarife nämlich ausschließlich über das Internet oder über (meist) kostenpflichtige Hotlines. Auf einen direkten Ansprechpartner in Form des Einzelhändlers muss also verzichtet werden.
Wie zu erwarten war, hatte die Einführung der oftmals als „Billig-Tarife" bezeichneten Preisordnungen teils drastische Auswirkungen auf den Mobilfunkmarkt. Zwar lagen die Einführungspreise anfangs noch über dem derzeitigen 9-Cent-Level; jedoch waren sie immer noch deutlich günstiger als die von den Netzanbietern und anderen Serviceprovidern verlangten Nutzungsentgelte. Allerdings erfolgte bei diesen keine unüberlegte Preissenkung – stattdessen starteten sie eigene Marken (wie T-Mobile dies beispielsweise mit Congstar tat), die ebenfalls ausschließlich über das Internet vermarktet werden sollten und somit den Konkurrenzkampf unter diesen Anbieter noch zusätzlich anfachten. Das Resultat: Mittlerweile hat eine Vielzahl von Unternehmen, wie beispielsweise Fonic, blau.de oder Callmobile Tarife im Programm, die die Preisgrenze von 10 Cent unterschreiten.
Diese eignen sich also perfekt für alle, die auf einen Ansprechpartner im Einzelhandel verzichten können, und denen stattdessen ein günstiger Einheitspreis wichtiger ist – denn einen solchen erhält man im Rahmen der 9 Cent Tarife definitiv.
Bastian Ebert