Mitsu tomoe: Himmel, Sonne, Erde, Mensch
Strategeme (List(en)) sind multifunktionale beratende Metaphern zum gegenwärtigen strategischem und taktischem Handeln. Das I Ging ist dagegen ein Zukunfts-Orakel. Mit den Strategemen fragt man sich: "WIE soll ich etwas tun?" Als strukturiertes Wissen, das auf der dialektischen Yin- und Yang-Logik>1) basiert, wie (Methode) man gegenwärtig und in konkreten Situationen handeln soll.
Ohne Mitbewerber und in wechselnden Umständen kann jeder sein Leben problemlos gestalten. Ziele werden leicht erreicht. In einer globalisierten Welt sind ganzheitlich-inpiduelle Wegweiser und Navigationssysteme gefragt, um die jeweilige Um-Welt zu deuten und Handlungs- bzw. Re-Aktions-Muster zu erkennen. Dabei müssen die besten Defensiv-, Offensiv- und Endhaltungs-Strategien ausgewählt werden.
Die Strategeme sind eine gute Möglichkeit sich dem Denken der Chinesen zu nähern, Deshalb sind diese Zeiten von Unsicherheit und Veränderungen, die viele nicht mehr nachvollziehen können, mit den Strategemen der UND-Logik (Fuzzylogic) besser zu verstehen:
- Strategem Nr. 7: Steuer CD
- Strategem Nr. 13: Steuer CD und Bankgeheimnis
Quelle: www.strategeme.com
Sie (die Strategeme) werden offensiv und vor allem auch defensiv, zur Schadensprävention, eingesetzt. Wer ihren Kosmos in sich aufgenommen hat, ist für den Lebenskampf hervorragend gerüstet. Man sollte sie erlernen und, soweit ethisch vertretbar, praktizieren …
Quelle, © by: www.strategeme.com , Prof. Dr. Dr. Harro von Senger
1)Yin und Yang sind zwei Begriffe des chinesischen Denkens. Sie stehen für polar [ODER-Logik] einander entgegengesetzte UND[-Logik] dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien.
Europa und Asien unterscheiden sich in der menschlichen Denkweise.
- Der Westen denkt analytisch-synthetisch in der Kausalität und ODER-Logik (digitale männliche Gehirnhälfte) und fragt: Warum? (Grund, Sinn, Kulturen). Wir sind gesellschaftlich deduktiv normativ (§) orientiert.
- Asien denkt ganzheitlich-nachhaltig in der Korrelation und UND-Logik (analoge weibliche Gehirnhälfte) und fragt: Wozu? (Ziel, Natur). Asien ist gesellschaftlich induktiv moralisch orientiert (Konfuzius).
Es gibt noch einen weiteren Unterschied.
- Die Asiaten handeln nach dem weichen und flexiblen Bambus-Prinzip. Bei Druck gibt das Riesen-Gras nach (Jiu Jitsu).
- Wasser ist härter als Stein.
- Wir Westler handeln nach dem Prinzip: Der Baum, z. B. die Eiche gibt nicht nach (Boxen).
- Im europäischen Handel gilt die Regel: pacta dus servandus (Verträge sind einzuhalten).
- In Asien sagt man zum Vertragspartner: Liefere wenn es dir wieder besser geht!
In einem früheren Aufsatz über China wagte ich die Vorhersage, dass China uns ökonomisch überholen wird, ich hatte Recht: Eines Tages floriert die Welt-Ökonomie nach chinesischen Spielregeln und mit chinesischem Geld – wir spielen mit, wenn die Frauen in unseren Führungsetagen sitzen. Frauen, keine Männer-Kopien wie heute!
Das letzte, das 36. Strategem, war mir immer das Liebste:
- Nachgeben (nicht weglaufen!).
Außerdem noch
- Sich selbst zurücknehmen und die anderen Menschen erhöhen,
- und das mittlere Maß bzw. die Mitte einnehmen.
Wir alle kennen das Trojanische Pferd. Eine erfolgreiche Kriegs-List führte zum Untergang Trojas. Noch heute sind Computer durch Trojaner gefährdet!
Strategeme, in China wird das Durchschauen und Anwenden von List hoch geachtet und gepflegt. Chinesische Autoren haben unterschiedliche Überlistungstechniken benannt und systematisiert. Dies steht im Gegensatz zur europäischen Tradition, die die Anwendung von Listen und Täuschungen in der Regel ächtet (vgl. aber auch den untenstehenden Abschnitt 36 Strategeme, Strategeme in anderen Kulturkreisen.
Strategeme spielen bereits in Sunzis Werk Sunzi Bingfa (Sūnzi bīngfǎ) über dieKriegskunst (etwa 500 v. Chr.) eine wichtige Rolle. Sein Kernsatz: "Alle Kriegshandlung beruht auf Täuschung". Besonders bekannt sind in China dieSechsunddreißig Strategeme, die auf General Tan Daoji († 436) zurückgehen sollen. Schriftlich wurden sie durch das Traktat Sanshiliu Ji. Miben Bingfa (Die 36 Strategeme - Geheimbuch der Kriegskunst, entstanden um 1500) überliefert. Der Verfasser ist namentlich nicht bekannt, wurde jedoch vermutlich von Zhao Benxue, einem Militärhistoriker aus der Ming-Zeit (1368-1644), oder einem seiner Schüler beeinflusst.
Hier die 36 chinesischen Kriegs-Listen:
- Den Kaiser täuschen und das Meer überqueren.
- Wei belagern, um Zhao zu retten.
- Mit dem Messer eines Anderen töten.
- Ausgeruht den erschöpften Feind erwarten.
- Ein Feuer für einen Raub ausnutzen.
- Im Osten lärmen, im Westen angreifen.
- Etwas aus einem Nichts erzeugen..
- Heimlich nach Chencang marschieren.
- Das Feuer am gegenüberliegenden Ufer beobachten.
- Hinter dem Lächeln den Dolch verbergen.
- Der Pflaumenbaum verdorrt anstelle des Pfirsichbaums.
- Mit leichter Hand das Schaf wegführen.
- Auf das Gras schlagen, um die Schlange aufzuscheuchen.
- Für die Rückkehr der Seele einen Leichnam ausleihen.
- Den Tiger vom Berg in die Ebene locken.
- Will man etwas fangen, muss man es zunächst loslassen.
- Einen Backstein hinwerfen, um Jade zu erlangen.
- Den Gegner durch Gefangennahme des Anführers unschädlich machen.
- Das Brennholz heimlich unter dem Kessel wegnehmen.
- Das Wasser trüben, um die Fische zu ergreifen.
- Die Zikade wirft ihre goldglänzende Haut ab.
- Die Türe schließen, um den Dieb zu fangen.
- Sich mit dem fernen Feind verbünden, um Nachbarn anzugreifen.
- Einen Weg für einen Angriff gegen Guo ausleihen..
- Die Balken stehlen und gegen morsche Stützen austauschen.
- Die Akazie schelten, dabei aber auf den Maulbeerbaum zeigen.
- Verrücktheit mimen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.
- Auf das Dach locken, um dann die Leiter wegzuziehen.
- 29. Dürre Bäume mit künstlichen Blüten schmücken.
- Die Rolle des Gastes in die des Gastgebers umkehren.
- Die List der schönen Frau.
- Die List der offenen Stadttore.
- Die List des Zwietrachtsäens.
- Die List der Selbstverstümmelung.
- Die Ketten-Strategie.
- Weglaufen ist die beste Methode.
Man kann diese Strategien einzeln einsetzen oder miteinander verbinden.
In der Antike kursierten wohl eine Reihe von Schriften mit Strategemsammlungen. Davon sind jedoch alle bis auf zwei verloren gegangen.
Die ältere der beiden verfasste der römische Staatsmann und Feldherr Sextus Iulius Frontinus (40-103) als Ratgeber für Offiziere.
Die zweite stellte der griechische Rhetor (Redner) und Anwalt Polyänus (* um 100) zusammen.
Kunstgriffe aus europäischen Fürstenspiegeln lassen sich als Strategeme lesen, wie etwa die Ratschläge aus Machiavellis Der Fürst.
Ebenso lassen sich die von Arthur Schopenhauer aufgeführten Kunstgriffe seiner Eristischen Dialektik als Strategeme auffassen. Das von Schopenhauer kongenial übersetzte Handorakel und Kunst der Weltklugheit des Baltasar Gracián enthält viele der Strategeme in seiner prägnanten und kurzen Art.
Harro von Senger, der die 36 Strategeme umfangreich kommentiert ins Deutsche übersetzt hat, weist auf Reineke Fuchs (s. a.Reynke de vos) von Johann Wolfgang von Goethe als Beispiel für europäische Strategeme hin. [s. a. Hänsel und Gretel]
Im arabischen Raum finden sich ein halbes Dutzend Abhandlungen, die sich mit Listen im (derzeit angewendeten)islamischen Recht beschäftigen. Zudem existiert ein allgemeineres Werk namens Raqa'iq al-hilal fi daqa'iq al-hiyal aus dem 15. Jahrhundert. Ein weiteres stammt von dem Sizilianer Ibn Zafer aus dem 12. Jahrhundert. Ihm steht das indischeLehrbuch Arthashastra von Kautilya (4. Jahrhundert v. Chr.) gegenüber.
Quelle, ©: de.wikipedia.org/wiki/... , [Autor-Anmerkungen und -Korrekturen]
In einem meiner Aufsätze schrieb ich über Verkaufs-Taktiken (Listen), z. B. für Verkäufer mit Kunden-Kontakt bei Verkaufs-Gesprächen.
Übrigens: Gerne erkläre ich meinen LeserInnen die einzelnen Strategeme, auf (Kontakt-)Anfrage:
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