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24h Oldtimer Traktorenrennen - der Härtetest für Mensch und Maschine

Autor: hop | Erstellt am: 17.07.2008 | Gelesen: 2154
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Ein kleines Dorf im Vogelsberg ist im Rennfieber und macht begeister mit

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Ein ganzes Dorf im Ausnahmezustand, das war Altenschlirf am letzten Wochenende. Fast wie Formel 1 Zirkus, denn bereits zum 2. Mal fand hier ein deutschlandweit einmaliges Großereignis statt, die "24 h Oldtimer Vulkan Trophy". Waren es im letzten Jahr 28 Teams, die an den Start gegangen sind, waren nun bereits 38 Mannschaften gemeldet. Gestartet sind dann 36 Teams, die weder sich noch ihre Oldtimer schonten. Wie bereits im Vorjahr, hatte Sicherheit bei allem Spaß wieder oberste Priorität. Nun so ist es erklärlich, dass in der Qualifizierungsrunde der österreichische Titelverteidiger des Vorjahres mit 70 Stundenkilometern gegen einen Baum krachte, zwar sicherheitshalber in die Klinik geflogen wurde, aber nur leicht verletzt war. Was bedeutete es da schon, dass das Team so nicht mehr mitfuhr? Im nächsten Jahr sind sie sicher wieder mit dabei. Ein anderes Team nahm im Rennen die Kurve etwas zu eilig und krachte in einen der vielen riesigen Heuballen, aber auch hier nahm nur dem Heuballen Schaden und musste ersetzt werden. Einen gefährlichen Einsatz hatte die anwesende Feuerwehr, musste sie doch die Strecke mit den rasenden Traktoren passieren um eine explodierte Fritteuse im "Innfield" zu löschen. Das hatte zur Folge, dass an den beiden anderen "Fressbuden" lange Schlangen standen, denn die Verpflegung war gut und 24 Stunden sind echt lang.

4,5 Kilometer Rundweg, querfeldein über Schotter, Feldwege und Asphalt ging der Kurs, der Mensch und Material alles abverlangte. Dennoch wurden bei der Streckenführung Naturschutzaspekte berücksichtigt, wie der Verein betont, der sich auch positiv über die Zusammenarbeit mit allen Behörden äußert. Erstaunlich sei auch, so Moderator Christian Baumann, mit wie viel Freude und Begeisterung viele anderen Vereine mitmachen. Ein besonderer Dank gelte daher auch den diensttuenden Leuten vom DRK, Malteser, THW, Feuerwehr und den rund 200 weiteren Helfern. Lokale Firmen stellten ihre Dienste und Material zur Verfügung, das gelte für Reifenhändler, Maschinenbaufirmen, aber auch Personen, die Zelte, Gerüste oder ihre Raritäten stellten, die in einer begleitenden Ausstellung zu bewundern waren. Auch das Rahmenprogramm bot Unterhaltung und Abwechslung. So traten im Festzelt verschiedene Gruppen auf, welche die vielen Zuschauer und auch die Mannschaften unterhielten, die gerade nicht fuhren, schraubten oder schliefen. Vorbild dieses Ereignisses waren identische Rennen in Österreich, wo in diesem Jahr bereits die 6. Veranstaltung startet. So infiziert, gründete Erich Rahn erst im letzten Jahr den Verein, dessen Vorsitzender er ist und der bereits über 56 Mitglieder in Hessen und darüber hinaus verfügt. Selbstverständlich macht die gesamte Familie Rahn begeistert mit. Als weitere Attraktionen hatten die Veranstalter für ein "Strecken-Taxi" gesorgt, hiermit konnten die Zuschauer inmitten der Rennboliden über die Strecke heizen und so ein kleines Gefühl für die Anforderungen bekommen, die ein solches Rennen stellt. Und wer wollte, konnte sogar hoch hinaus, denn selbst Hubschrauberrundflüge waren im Angebot, so konnte auch gleich noch die schöne Landschaft aus der Vogelperspektive bewundert werden.

Je Schlepper sind bis zu 4 Fahrer dabei, die sich im 4 – 5 Stunden Rhythmus ablösen. Auch Schlepperfahren ist längst keine männliche Domäne mehr, denn es fuhren auch einige Damen in de Teams mit. Jeweils 4 Stunden hintereinander auf Zeit über die kurvige und holprige Piste, das ist schon eine echte Herausforderung, nicht zuletzt für den Allerwertesten. So konnte man auch von einem Insider vernehmen, nur Anfänger legten Wert auf Motoren, viel wichtiger sei ein guter und gedämpfter Sitz. Gefahren wird in verschiedenen Klassen, eines aber ist allen gemeinsam, sie haben viel Spaß dabei. So gibt es auch klangvolle Teamnamen wie "Red Porsche Killer", "2412er Breitfuss-Racer", "Team Panzerknacker", "0,5 Liter Fraktion" oder "Opa Horst's green Kramer Racer". Wie leistungsfähig manche dieser Oldies sind, wird klar, wenn man sich vorstellt, dass ein Team mit vollen 101 Stundenkilometern bei der Aufwärmrunde geblitzt wurde, dabei waren schon die 70 Klamotten des Strecken-Taxi der Härtetest fürs Gebiss. Für ihre Rennboliden aber tun die Jungs so einiges, sie werden gehegt und gepflegt, fast keiner versieht noch den schnöden Arbeitseinsatz auf den Feldern, sie müssen auch nicht aus eigener Kraft anreisen, werden gemütlich chauffiert, da sie auch oft keine Straßenzulassung mehr haben.

Dem besonderen Ereignis entsprechend, waren immerhin an die 10 000 Zuschauer anwesend, das war dank sehr guter Organisation aber kein Problem und auch ausreichend Parkplätze waren ausgewiesen. Gut versorgt und unterhalten, konnten so die Zuschauer "ihre" Teams anfeuern. Die höchst zulässige Geschwindigkeit lag bei 70 Stundenkilometern, Überschreitungen wurden ebenso wie Rempeleien, Missachtung von Überholverboten oder sonstiger Anweisungen brachte Punkte, allerdings Strafpunkte, die mit Ausflügen und Stopps in der Boxengasse geahndet wurden. Die schnellste Rundenzeit für die 4,5 Kilometer lange Strecke betrug 4:59,909, was hierbei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 54,02 entspricht. Das österreichische Siegerteam "Steyr Racing Team Hauer Ferdi" bewältigte in der Gesamtzeit von 24:03:32,256 221 Runden und erreichte damit eine totale Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,34 Stundenkilometern. Der "Red Porsche Killer" hingegen dürfte für die Edelmarke doch kein ganz so großer Schrecken sein, brauchte in seiner schnellsten Runde immerhin 5:20,791, über zusammen 24:10:18,477 drehte er dabei nur 34 Runden mit durchschnittlich 6,33 Stundenkilometern. Das "MF Team Sotzbach" von Jürgen Böcher kam trotz einiger Probleme immerhin noch auf Platz 10. Beim Defilee zur Siegerehrung konnten dann die Teams vorm jubelnden Publikum erschöpft aber vor Glück strahlend ihre Siegertrophäen entgegen nehmen. Beachtlich, die ersten beiden Sieger waren sogar Neueinsteiger.

Barbara Hoppe
 
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von WolfHenk am 21.01.2009
Schöner Artikel. Danke sehr.

Allerdings mit kleinen Fehlern. Das im Training verunfallte Team mit verletztem Fahrer war aus DE, die maximale Lenkzeit pro Fahrer sind 4h30 (wird von der rennleitung streng kontrolliert). Meist wechselten die Fahrer nach 2 Stunden. Und den Red-Porsche-Killer haben die Radarleute im Qualifikationstraining sogar mit 110 Km/h gemessen, was dem Fahrer den letzten Startplatz in seiner Klasse und einen strengen Verweis einbrachte. Egal wie schnell er kann, 70 ist Höchstgeschwindigkeit für Traktoren mit Allradbremse, 40 oder 50 für diejenigen mit der üblichen Hinterradbremse.

Ich hoffe, daß auch das Rennen 2009 so schön von Ihnen beschrieben wird. Ich lade Sie ein, mich im "blauen Bus" zu besuchen, dann gebe ich ihnen gern noch viel mehr Informationen über das Rennen und die vielen verrückten Sachen rund um das Event... Übrigens: Die Planung und die technischen Vorbereitungen für das 2009er Rennen haben genau eine Woche nach dem Rennbeginn 2008 begonnen....

Grüße
WolfHenk








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