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Pflegekräfte sind in Deutschland Mangelware und nicht jeder kann und möchte die häusliche Pflege Angehöriger selbst übernehmen. Das Pflegegeld reicht normalerweise nicht aus, um den Verdienstausfall einer 24-Stunden-Betreuung auszugleichen und auch emotional und körperlich ist die häusliche Pflege eine große Belastung. Trotzdem möchten die wenigsten Menschen ihre Angehörigen in ein stationäres Pflegeheim geben. Die häusliche Umgebung soll möglichst nicht aufgegeben werden. Die entstandene Pflegelücke wird immer mehr durch osteuropäische, in der Regel polnische, Pflegekräfte geschlossen.
Was leisten die Pflegekräfte?
Pflegekräfte aus Osteuropa leisten im Prinzip alle Pflegetätigkeiten, die nicht medizinischer Art sind. Für die medizinische Versorgung muss ein ambulanter Pflegedienst beauftragt werden. Zu den Aufgaben der Pflegerinnen gehören die 24-Stunden-Betreuung der zu pflegenden Person inklusive Unterstützung bei der täglichen Körperhygiene, Hilfe beim Ankleiden und auch bei der Essensaufnahme. Zusätzlich beschäftigen sich die Pflegerinnen mit der Person, sie führen Gespräche und machen gemeinsame Unternehmungen, sofern dies möglich ist. Auch die Haushaltstätigkeiten wie einkaufen und dergleichen können vereinbart werden. Voraussetzung ist die Unterbringungsmöglichkeit (eigenes Gästezimmer) der Pflegekraft im Haus.
Wie findet man eine osteuropäische Pflegekraft?
Die meisten Menschen, die sich für eine Pflegerin aus Osteuropa entscheiden, beauftragen eine Agentur. Seit 2011 dürfen Pflegekräfte aus Polen ganz legal auf dem deutschen Arbeitsmarkt tätig werden. Der Vorteil einer Pflegekraft über eine Agentur ist, dass Kranken-und Sozialversicherung über die Agentur geregelt werden. Den Arbeitsvertrag schließt die Pflegekraft mit der Agentur ab, dies ist normalerweise die beste und günstigste Lösung. Wer den Arbeitsvertrag selbst mit der Pflegerin abschließen möchte, der wird rein formell zum Arbeitgeber und somit melde- und abgabenpflichtig. Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer müssen abgeführt werden und auch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährleistet werden et cetera.
Darauf sollten Sie unbedingt achten
Die Pflegekraft sollte auch auf die Bedürfnisse und Interessen der zu betreuenden Person eingehen können. Ideal ist es also, wenn sich hier Interessen überschneiden. Dazu geben die Agenturen in der Regel einen Fragebogen mit Anforderungen und Wünschen aus. Die Angehörigen haben im Anschluss die Möglichkeit, aus mehreren Betreuungskräften anhand ihrer Profile zu wählen. Besonders wenn die soziale Betreuung im Vordergrund steht, ist es von Vorteil, wenn die Pflegekraft auch über Deutsch Kenntnisse verfügt. Polnische Pflegekräfte, die gut Deutsch sprechen, sind jedoch in der Regel teurer.
Eva Otter