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150 Minuten Boxtraining der Profis als Firmen Event

Autor: Personalboxt | Erstellt am: 30.05.2011 | Gelesen: 725
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Ein Erfahrungsbericht aus einem Boxloch

Trainer in Aktion
Trainer in Aktion
Getrieben von seinem Arbeitgeber in ein Firmen Event Boxtraining der Profis berichtet ein Einkaufsleiter von dem Erlebnis in einem Boxgym mit Profiboxtrainern mal ein echtes Boxtraining zu erleben. Schweiß und Leder trifft auf Vorurteil. Das Boxgym riecht nach Arbeit und sieht auch so aus, vor dem Trainer hat er Angst und der dünne Junge im Ring bring Ihn zur Verzweiflung.

Als Klaus Dannert aus der Tiefgarage in Frankfurt kommt ärgert er sich noch immer. Jedes Jahr hat der 42-jährige Münchner Abteilungsleiter der größten deutschen Einzelhandelskette ein Erlebnis der „Ähnlichen" Art. Jetzt hat er eine Sporttasche über den Schulter hängen und läuft in die Richtung wo der Boxclub sein soll.

„Boxtraining der Profis als Firmenevent, so ein Mist" murmelt er vor sich hin. Immer wenn die Führungskräfte des Konzerns Ihr Jahresauftakttreffen haben gibt es ein Event als Rahmenprogramm. Früher war es das Ritteressen auf der Burg und letztes Jahr waren es ein paar Runden in einem Formel 3000 Rennwagen. Eigentlich damals gar nicht so schlecht denkt er sich so und steht schon vor der Tür. Etwas schäbig sieht der Hinterhof mit dem Boxclub schon aus. Da wird sich der ein oder andere Kollege gleich beschweren über das Garagenambiente.

Als er die Tür aufmacht fällt sein erster Blick auf einen kleinen Raum mit einem Boxring und dem 42-jährigen Manager schlägt der Geruch von Schweiß und Leder in die Nase. Nach und nach treffen auch seine anderen Kollegen und Kolleginnen ein. Angesetzt ist das Boxtrainings als Event für rund 150 Minuten. Nachdem sich einige Kollegen auch lautstark Luft über das „Boxloch" gemacht haben und alle umgezogen sind, stehe Sie etwas verloren zwischen den zahlreichen Sandsäcken herum.

Das Ding ist schon gelaufen, schlechte Stimmung in der Truppe und dann steht da noch so ein leicht gebeugter älterer Mann um die 70 Jahre und begrüßt Sie als Ihr Profitrainer für die kommenden 2 Stunden. Der Mann stellt sich als Horst vor und kündigt noch zwei weitere Boxtrainer an, die aber erste in einer halben Stunde kommen würden. Neben dem älteren Mann steht noch ein dünner, schlaksiger Junge so um die 16 Jahre ziemlich unbeteiligt und hat einen Karton vor sich stehen.

Natürlich sind der Abteilungsleiter und seine Kollegen alte Hasen. Ihm ist jetzt schon klar, dass eine große Ansprache kommt. Horst wird sich als „Profitrainer" verkaufen und langatmig über das Programm auslassen. Klaus Dannert verdreht die Augen und überlegt noch wie die Verantwortliche aus der Konzernzentrale für die Organisation des Events unter den Beschwerden zusammenbrechen wird.

Da verteilt der dünne Junge schon an alle Kollegen verpackte Boxhandschuhe, Bandagen und einen Mundschutz. Die Bandagen werden ausgepackt und Horst erklärt schon wie Sie gewickelt werden und der dünne Junge geht herum und hilft beim Wickeln der Bandagen und Anziehen der Handschuhe. Die ganze Gruppe wärmt sich ein paar Minuten sehr locker auf und Horst der Trainer zeigt ein paar Grundschritte und Boxschläge die jeder zum Aufwärmen mitmacht. Plötzlich steht der 42-jährige Abteilungsleiter zum ersten mal in seinem Leben an einem Sandsack und darf auf diesen Einschlagen.

Der Boxtrainer hat der Gruppe kurz erklärt wie Sie auf keinen Fall schlagen dürfen und was generell zu beachten ist. Dann der Pfiff und die Musik fängt im Hintergrund an zu hämmern. Dannert soll 3 Minuten locker auf den Sandsack einschlagen und locker dabei bleiben. Nach 60 Sekunden ertönt ein Ruf durch das Boxgym „Noch 2" und der Abteilungsleiter fängt an zu begreifen das Boxen am Fernsehen mit zwei Bier deutlich einfacher ist als mit zwei Handschuhen am Sandsack.

Nach rund 3 Minuten ertönt ein neuer Ruf „Zeit" durch das Boxgym und zeigt eine Pause an. Erleichterung zeigt sich im Kreis der Kollegen, bis zu dem Punkt wo ein Farbiger rund 2 Meter groß und breit den Raum betritt. Er stellt sich mit einem amerikanische Akzent als James, ehemaliger Profi Schwergewichtsmeister im Boxen vor. An diesem Punkt steht einigen Teilnehmern die Panik im Gesicht und Dannert ist sich ziemlich sicher, dass er sich mit James nicht schlagen wird und auch in keinen Ring steigt. Sein Überlebenswille rät Ihm eindeutig sich den dünnen Jungen zu schnappen wenn es soweit sein sollte.

Als nächstes wir die Gruppe aufgeteilt für Technikübungen mit einem Partner. Allerdings sind alle Frauen plötzlich mit Mr. Amerika im Nebenraum mit dem Boxring und die Männer bleiben bei Horst, der kurz noch etwas im Nebenraum holt. „Schwein gehabt" denkt der Abteilungsleiter und fragt den dünnen Jungen „ Mit Horst haben wir aber Glück gehabt, hätte ja auch Mr. Amerika sein können". Der dünne Junge grinst Ihn an und erklärt kurz, dass Horst einer der bekanntesten deutschen Boxtrainer ist, inkl. Bundesverdienstkreuz fürs Boxen und vielen Ehrungen vom deutschen Boxverband. Bevor er den Jungen aber noch etwas Fragen kann kommt Horst zurück und bindet jedem die Füße mit einem rund 50cm langen Seil zusammen. Für den Stand murmelt er und stellt immer zwei Männer gegenüber, aus dem Nebenraum schallt Gelächter der Kolleginnen.

Die nächsten 2 Stunden gehen wie im Flug vorbei. Ein weiterer Trainer ist dazu gekommen und die Gruppe hat im Wechsel zwischen Theorie und eigenem aktiven Boxtraining immer mehr über das Boxen erfahren. Warum ist ein Mundschutz nur so unbequem und Boxen so gar nicht einfach, sondern ziemlich kompliziert. Als dann zum Abschluss die Teilnehmer mit einem Boxtrainer in den Ring steigen dürfen ist sich der Abteilungsleiter sicher, dass James keine gute Wahl ist.

Er wundert sich allerdings warum eine kleine zierliche Kollegin aus Berlin ohne zu zaudern für ein Sparring mit Mr. Amerika in den Ring steigt. Etwas beleidigt stellt er fest, dass der US Gorilla zwar schlägt aber nur angedeutet trifft. Seine Kollegin haut aber ohne Hemmungen auf den 2 Meter Mann ein und einige Kollegen machen sich schon Sorgen um den Schwergewichtler.

Als die Runde fertig ist, meldet sich Dannert als nächster an und hat Glück, er bekommt als Sparringspartner den dünnen Jungen. Was in den nächsten 3 Minuten passiert bekommt er heute immer noch nicht so ganz auf die Reihe. Er bekommt nach 1 Minute keine Luft mehr weil die Kondition fehlt und das als aktiver Tennisspieler. Weiter hat er noch nicht einmal den Jungen getroffen und wurde bisher auch nur leicht gestreift.

Der Junge ist so verdammt schnell, er ist einfach nicht zu treffen und das Schlagen und Laufen zusammen macht es auch nicht leichter. Nach 2 Minuten bleibt der Junge endlich mal stehen und der Abteilungsleiter trifft sogar zwei mal. „Hat er jetzt zu fest geschlagen?" der Junge bewegt sich gar nicht mehr und steht nur still im Ring mit beiden Handschuhen vor dem Gesicht in der Doppeldeckung. „Schlag weiter, auch mal in den Bauch" hört er Horst rufe.

Plötzlich kracht es zweimal und etwas trifft seine Handschuhe mit voller Wucht. Seine Deckung ist weggeschlagen, sein Gesicht frei und ein blauer Handschuh des Jungen steht direkt vor seiner Nase und auf Hüfthöhe merkt er auch einen leichten Schlag. Dann ist plötzlich alles vorbei, der nächste steigt schon in den Ring. „Tunnelblick im Ring" wird ihm noch kurz erklärt als er fragt wo die 3 Minuten geblieben sind. Der Manager steht an der Ringseite und beobachtet noch die anderen Kollegen im Ring, langsam pegelt sich sein Adrenalin auf Normalhöhe runter.

Umgezogen und auf dem Weg zur Tiefgarage denkt der Abteilungsleiter bei sich, dass kein Kollege sich mehr über die Räumlichkeiten beschwert und die Kolleginnen begeistert von James waren. Irgendwie hat er entdeckt, dass Boxen harte Arbeit ist und das Ambiente nach Arbeit aussehen darf. Irgendwo bei sich hat er gemerkt, dass Aggression an sich nichts schlechtes sein muss, kommt nur darauf an wo diese augelebt wird. Kommende Woche muss er mal die Konzernzentrale anrufen und sich bedanken. War doch eine gute Idee ein Boxtrainings der Profis als Firmenevent zu buchen bei www.personal-boxtrainer.de. Ob er in der Wintersaison mal Boxtraining zur Fitness macht, so als Ausgleich zum Tennis im Sommer?

Markus Kutzora
 
 
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