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11. Kunst- und Kulturfestival 48 STUNDEN NEUKÖLLN

Autor: kulturnetzwerk | Erstellt am: 04.06.2009 | Gelesen: 1155
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Zahlreiche kostenlose Veranstaltungen verändern vom 26. – 28. Juni 2009 das Gesicht des Bezirks

Neukölln Grün – Kunst auf Grünflächen

Im Rahmen der aktuellen Festivalausgabe der 48 STUNDEN NEUKÖLLN gilt die besondere Aufmerksamkeit der Neuköllner Kunst- und Kulturschaffenden den vielen grünen Oasen, die der Bezirk zu bieten hat. Neben dem Volkspark Hasenheide verfügt Neukölln über zahlreiche kleinere Parks, Grünflächen, Gartenanlagen und attraktive Spazierwege am Landwehrkanal. Die zweifelhafte Berühmtheit, die die Hasenheide als einer der größten Drogenumschlagplätze der Stadt erlangt hat, verstellt möglicherweise den Blick auf ihre bedeutende Rolle als Naherholungsgebiet im innerstädtischen Raum: Personen allen Alters und unterschiedlicher ethnischer oder sozialer Herkunft nutzen den Volkspark zum Spazieren, Entspannen, für Feste und sportliche Aktivitäten aller Art. Auch ganz nah an den großen Hauptverkehrsstraßen trifft man in Neukölln allerorten auf Garten- und Parkidyllen. Die Präsentation ortsbezogener Installationen, Performances und musikalischer Darbietungen im Bereich öffentlicher Grünflächen würdigt deren besondere Bedeutung als Ausgleich zur städtischen Betriebsamkeit. Gleichzeitig setzt die Kunst hier neue Akzente, schafft Erlebnisräume und verändert nachhaltig die Wahrnehmung des alltäglichen Umfelds.

Kunst im Schrebergarten

Erstmals werden während des Festivals Schrebergärten zur Bühne künstlerischer Darstellungen. Die Kolonie Hand in Hand in der Rütlistraße, wegen des Ausbaus des Rütli Campus von der Schließung bedroht, stellt mehrere Parzellen zur Verfügung. Unter dem Motto „Raus aus der Galerie, rein in die Kolonie" erobern Künstler die versteckte Gartenidylle mitten im Reuterkiez. Einige Pächter beteiligen sich auch mit eigenen Aktionen. Den Besucher erwarten ortsbezogene Installationen, Musik, Lesungen, Sandzeichnungen und eine technikfreie Videoinstallation. Sogar Gartenzwerge gehen aus der Begegnung mit der Kunst gewandelt hervor.

Nachfolgend eine kleine Auswahl aus dem Programm:

Fernsehgarten

Eine technikfreie Video-Installation

Auf Parzelle 2 zeigt die Künstlerin Katharina Greve auf mehreren Kanälen Höhepunkte der Filmgeschichte. Darsteller sind Pflanzen, angrenzende Gebäude und Gartenutensilien: Die Blume spielt ein Drama, das Fenster einen Krimi, die Zinkwanne einen Horrorthriller. Der Zuschauer „zappt" zu Fuß durch die Kanäle – live und in Farbe.

Ort: Kleingartenkolonie Hand in Hand, Rütlistr. 8, Parzelle 2, Sa 14:00 - 20:00, So 12:00 - 19:00

Daneben leben

In der Dokumentation der mexikanischen Videokünstlerin Verena Grimm spielt die Kleingartenkolonie „Hand in Hand" eine zentrale Rolle: Durch verschiedene Blickwinkel und Bildkompositionen werden Dynamiken von menschlichen Verhaltensweisen und sozialen Haltungen, die im gesellschaftlichen Zusammenleben von Bedeutung sind, anschaulich. Mit ihrer Arbeit stellt die Künstlerin gesellschaftlich akzeptierte Konventionen in Frage und evoziert neue Sichtweisen.

Ort: Kleingartenkolonie Hand in Hand, Rütlistr. 8, Parzelle 24, Sa 14:00 - 20:00, So 12:00 - 19:00

Drei Gaben

Eine Simultanperformance
Im Schrebergarten der Familie Trebbin inszenieren Monika Lilleike und Kaaren Beckhof eine „transkulturelle Intervention". Während ein deutscher Kaffeetisch gedeckt wird, entsteht eine tradierte südindische Streuzeichnung. Gleichzeitig ist die Vorbereitung und Aufführung des klassischen hawaiianischen Hula 'Olapa zu sehen. Diese drei unterschiedlichen Gesten des Gebens vollziehen sich allmählich und entfalten einen eigenen Rhythmus.

Ort: Kleingartenkolonie Hand in Hand, Rütlistr. 8, Parzelle 31, So 15:00

Kunst auf öffentlichen Grünflächen

Folgende Beispiele geben einen Eindruck von der Vielfalt des Programms:

Ein Kleid voller Farbe und Freude für das Trümmerfrauendenkmal
Eine textile Installation begleitet von Performances

Mehr als 60 Menschen haben seit November 2008 während mehrerer Häkelrunden an der Entstehung eines Kleides für die Trümmerfrau in der Hasenheide mitgewirkt. In unmittelbarer Nähe zum Denkmal finden während der 48 STUNDEN NEUKÖLLN begleitende Aktionen und Performances statt. Passanten und Besucher sind dazu eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Darüber hinaus gibt es Informationssäulen mit Hinweisen zur Arbeit der Trümmerfrauen in Berlin sowie eine Lichtinstallation am Samstagabend (27.06.09).

Ort: Das Trümmerfrauendenkmal, Hasenheide 81, Sa 14:00 - 24:00, So 14:00 - 19:00

Der Mensch aus der Hasenheide

Parkbesucher schaffen Landart

Partizipatorisch ist auch das Landartprojekt von Tom Albrecht. Auf der „Wiese im Tal" soll unter Mitwirkung von Besuchern eine Menschenfigur gestaltet werden. Verwendet werden im Park gefundene natürliche und künstliche Materialien. – Ein Experiment mit offenem Ausgang.

Ort: Hasenheide, Wiese im Tal, Sa 15:00 - 19:00, So 15:00 - 19:00

on the other side

Installation

Auf der Grundlage des englischen Sprichwortes „the grass is always greener on the other side of the fence" (zu deutsch: Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns) will der Künstler Garvin Nolte mit einer Installation im Körnerpark zu einer philosophischen Auseinandersetzung mit dem „Sein" anregen.

Ort: Körnerpark (vor der Orangerie), Schierkerstr. 8, Fr 19:00 – So 19:00

Luftverstecke

Singing with and about birds

Die Musikerin Ute Be. aus Neukölln, bekannt durch ihr Programm „Älter werden mit MADONNA", erarbeitet für die 48 STUNDEN NEUKÖLLN eine Musik-Performance, die den Gesang einheimischer Vogelarten aufgreift und den alten Blumenpavillon auf dem St.-Thomas-Friedhof zum Klingen bringt. Per Live-Schaltung in die Bäume des Friedhofs werden die gefiederten Sänger zum Duett gebeten.

Ort: St.-Thomas-Friedhof II. – Blumenpavillon, Hermannstr. 180, So 13:00 – 14:00

Kid´s GardenÖkologischer Naturspielgarten

Kids' Garden, der ökologische NaturSpielGarten im Reuterkiez, lädt zum Tag der offenen Tür. Neben einem vielfältigen Programm für die jüngsten Festivalbesucher informiert der Verein "Grün für Kinder e.V.", der den Garten seit 10 Jahren bewirtschaftet, über seine Ziele und Zukunftsperspektiven.

Im Vorfeld der 48 STUNDEN NEUKÖLLN bemalen und bepflanzen die Kid´s Garden-Kinder große Bottiche, die im Reuterkiez als Ortsmarkierung vor jedem Veranstaltungsort stehen werden.

Ort: Hobrechtstr. 32 / Friedelstr. 39, Sa 15:00 – 18:00, So 14:00 – 18:00

Die 48 STUNDEN NEUKÖLLN werden vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V. organisiert und kommuniziert. Das Bezirksamt Neukölln stellt die Grundfinanzierung sicher. Viele weitere Stiftungen, Partner und Sponsoren tragen dazu bei, dass sich Neukölln alljährlich von seiner besten Seite präsentiert.

Michaela Kirschning
 
 
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