Kunst- und Kulturfestival
Unter dem Motto „Humus Neukölln" – eine Anspielung auf den fruchtbaren
Nährboden, aus dem sich die hiesige Kulturszene speist – zeigen in
diesem Jahr mehr als 1.000 Akteure in 550 Veranstaltungen an 270 Orten
ihre Arbeiten. Einheimische und internationale Künstlerinnen und
Künstler öffnen
ihre Ateliers, Galerien und Projekträume. Musik, Theater und Kunst
präsentieren sich im Kontext der urbanen Kulisse, auf Plätzen und
Straßen, aber auch in Parks, Gärten und auf Balkonen. Geschäfte werden
zu Ausstellungsräumen, Kirchen zu Erlebnisräumen für experimentelle
Musik und Kunst, und sonst wenig beachtete, unbekannte Orte laden dazu
ein, entdeckt zu werden.
Der Elan der Neuköllner Kunst- und Kulturszene ist nach wie vor
ungebrochen. Das Motto „Humus Neukölln" ist dabei durchaus nicht nur
metaphorisch zu verstehen, denn in diesem Jahr sind die teilnehmenden
Künstler dazu eingeladen, sich mit dem Themenkreis „Natur und
Urbanität" auseinander zu setzen und dabei ihren Fokus insbesondere
auch auf die Bespielung von Neuköllner Grünflächen zu richten.
Das komplette Programm ist schon ab dem 26. Mai im Internet zu sehen:
www.48-stunden-neukoelln.de
In bewährter Manier gliedert sich das Programm in verschiedene Reihen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten:
Kunst auf Grünflächen – Neukölln Grün
Die in dieser Reihe versammelten künstlerischen Projekte lenken die
Aufmerksamkeit des Besuchers auf die vielen grünen Oasen, die der
Bezirk zu bieten hat. Eines der diesjährigen Highlights ist die
Teilnahme der Kleingartenkolonie „Hand in Hand", die zum Leidwesen der
Pächter, kurz vor der Schließung steht. In unmittelbarer Nachbarschaft
zur Rütli-Schule gelegen, wird die verborgene Gartenidylle von der
Öffentlichkeit im Alltag kaum wahrgenommen. Anlässlich des Festivals
stellen etliche Kleingärtner ihre Parzellen für ortsbezogene
Kunstaktionen zur Verfügung. Weitere Orte, die im Rahmen von „Neukölln
Grün" dazu einladen, (neu) entdeckt zu werden, sind der Volkspark
Hasenheide, der interkulturelle „Pyramidengarten" am Columbiadamm, der
Körnerpark und der „Garten der Poesie "im Böhmischen Dorf.
Kunst an der Karl-Marx-Straße
Neben zwei Ausstellungen in der „Alten Post" und den Kunstaktionen auf
den Parkdecks der „Neukölln Arkaden" laden zahlreiche weitere
Attraktionen den Besucher zu einem Kunstbummel entlang dieser
Magistrale ein. Wie überall in Neukölln sucht sich die Kunst auch hier
ungewöhnliche Orte, teils im Verborgenen, wie etwa in den idyllischen
Hinterhöfen jenseits der städtischen Betriebsamkeit der Hauptstraße,
aber auch ganz unausweichlich, in Gestalt von temporären Installationen
im öffentlichen Raum.
In der Passage (Karl-Marx-Straße 131) finden die Besucher am zentralen
Festival-Infopoint Antworten auf alle Fragen zum Programm.
Kunst am geweihten Ort – SAKRALE
Der Schwerpunkt dieser Reihe liegt auch 2009 auf der Präsentation von
zeitgenössischer Kunst an sakralen Orten verschiedener Religionen und
Konfessionen. Beteiligt sind neunzehn Gotteshäuser, davon vierzehn
christliche Kirchen mit unterschiedlicher Prägung, vier Moscheen
(darunter die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm) sowie der Sri Ganesha
Hindu Tempel in der Hasenheide. KünstlerInnen verschiedener Gattungen
und unterschiedlicher kultureller Prägung bietet sich dabei die
Gelegenheit, die speziellen Anforderungen sakraler Räume (die
architektonische Struktur und die religiösen Hintergründe der
Gemeinden) in ihre Arbeiten einzubeziehen. Darüber hinaus wollen
spezielle Führungen zu den sakralen Ausstellungsorten dazu beitragen,
dass die Neugierde auf das Fremde geweckt wird und die Besucher
Informationen und Inspirationen erhalten, die das gegenseitige
Verständnis fördern.
Highlights 2009
Durch die Unterstützung der [Aktion! Karl-Marx-Straße] steht in diesem
Jahr zum zweiten Mal die "Alte Post" an der Karl-Marx-Straße als
zentraler Ausstellungsort zur Verfügung. Präsentiert werden die beiden
Ausstellungen MAnATURE (im Erdgeschoss) und NATurBAN (im Obergeschoss).
In beiden Ausstellungen geht es um das Verhältnis des Menschen zur
Natur, wobei im Rahmen von NATurBAN" KünstlerInnen verschiedener
Nationalitäten ihre Arbeiten präsentieren. Der spezielle Fokus liegt
hier auf der Naturerfahrung von Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Dabei geht es insbesondere um die kulturell bedingten Wahrnehmungen und
Projektionen, die mit dem Thema Natur in Beziehung gebracht werden.
Weitere Highlights sind, um nur einige zu nennen: „Bands on Boats" –
Musik auf der Spreeprinzessin, „Ebru – die Kunst der Marmorierung" –
eine Ausstellung in der Sehitlik-Moschee und „Stimmen im Raum" – eine
Aufführung von dem Performance Chor für Experimentellen Gesang in der
Genezareth-Kirche.
Bewegte Welten und Kiez International
Im Rahmen der 48 Stunden Neukölln präsentiert die Werkstatt der
Kulturen auf dem Richardplatz die 13. Ausgabe des Tanzfestivals
„Bewegte Welten". In Form einer mitreißenden Tanzreise rund um den
Globus präsentieren rund 300 TänzerInnen aus professionellen Ensembles,
Kindertanzgruppen, Vereinen und Tanzschulen an 2 Tagen ein vielseitiges
Programm. Das diesjährige Highlight ist die Darbietung sibirischer
Tänze der Gruppe Orjakan aus Kamtschatka. Auf dem angrenzenden
Straßenfest „Kiez International" präsentieren sich zahlreiche
Kulturvereine und Initiativen. Diese sorgen traditionell mit einem
reichhaltigen Angebot internationaler Speisen und Getränke auch für das
leibliche Wohl der Besucher.
Neukölln Safaris und Offene Ateliers
Festivalbesucher, die tiefere Einblicke gewinnen, beziehungsweise einen
Blick hinter die Kulissen werfen wollen, haben wieder die Möglichkeit,
an speziellen Führungen durch den „Neuköllner Kunstdschungel"
teilzunehmen und/oder KünstlerInnen in ihren Ateliers zu besuchen. Im
Rahmen des Projekts „Grenzgänger" werden die Führungen von Neuköllner
Jugendlichen durchgeführt, ein Angebot, das insbesondere für Familien
mit Kindern interessant sein dürfte.
Die 48 Stunden Neukölln werden vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
organisiert und kommuniziert. Das Bezirksamt Neukölln stellt die
Grundfinanzierung sicher. Viele weitere Stiftungen, Partner und
Sponsoren tragen dazu bei, dass sich Neukölln alljährlich von seiner
besten Seite präsentiert.