So finden Sie Ihren Heilpraktiker.
Mit Heilpraktikern ist es wie mit Zahnärzten: Wenn man einmal einen guten gefunden hat, gibt man ihn nie wieder her. Aber wie findet man überhaupt „seinen" Heilpraktiker oder „seine" Heilpraktikerin? Leider gibt es hierfür kein Patentrezept. Als „Insiderin" möchte ich Ihnen zumindest ein paar Tipps an die Hand geben, damit Sie sich nicht nur auf Ihr Glück verlassen müssen.
1. Fragen Sie Freunde und Bekannte
Nichts ist für den Heilungserfolg so wichtig, wie das Vertrauen in Ihren Heilpraktiker. Fragen Sie daher zunächst in Ihrer Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, ob jemand einen guten Heilpraktiker kennt oder empfehlen kann.
2. Fragen Sie Ihre Krankenkasse
Sollten Sie im privaten Umfeld nicht weiterkommen oder nicht fragen wollen, können Sie sich auch an ihre Zusatzversicherung oder Privatkasse wenden. Die Chancen stehen gut, dass man Ihnen dort einen guten Heilpraktiker empfehlen kann.
3. Suchen Sie gezielt im Internet.
Bei der Recherche im Internet ist es sinnvoll, die Suche lokal einzugrenzen. Wenn sie z.B. einen Heilpraktiker in München suchen, geben Sie "Heilpraktiker München" ein. Sie können Ihre Suche noch verfeinern: Wenn Sie lieber von einer Frau behandelt werden wollen, suchen Sie nach "Heilpraktikerin München". Viele Heilpraktiker haben sich auf bestimmte Fachgebiete, wie z.B. Osteopathie, Wirbelsäulentherapie, Dorn-Therapie, Ernährungsberatung, etc. spezialisiert. Je genauer Sie wissen, wonach Sie suchen, desto schneller führt Sie die Internetrecherche zum Erfolg.
4. Die Webseite
Der erste Eindruck
Der erste Eindruck täuscht nur selten. Wirkt die Internetseite seriös? Werden die angebotenen Therapieformen zumindest in den Grundzügen beschrieben? Sind Grammatik und Rechtschreibung halbwegs in Ordnung? Oft findet sich auch ein Portrait der Heilpraktikerin, des Heilpraktikers oder des Praxis-Teams auf der Internetseite, anhand dessen man sich ein ersten Bild machen kann.
Impressum und Datenschutz
Prüfen Sie das Impressum auf den vollständigen Namen und Anschrift des Heilpraktikers, sowie Angaben über seine Zulassung. Das Impressum gehört zu dem absoluten Pflichtangaben im Internet. Fehlt es, heißt es „Finger weg"!
Eine weitere Pflichtangabe ist die sogenannte Datenschutzerklärung. Hierin wird beschrieben, welche Daten durch den Besuch der Webseite erhoben werden und was mit ihnen geschieht. Bedenken Sie: Zwischen Ihnen und Ihrem Heilpraktiker besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis – und das fängt selbstverständlich bereits bei Ihren digitalen Daten an.
5. Finger weg bei Heilversprechen!
Heilpraktiker sind in der Regel sehr gut ausgebildet, hoch engagiert und fähig, Ihnen in vielen Fällen zu helfen – aber Heilversprechen oder gar Heilungsgarantien kann Ihnen niemand geben. Schon gar nicht per Telefon, auf der Internetseite und ohne vernünftige Untersuchung! Heilversprechen sind unseriös und gesetzlich verboten!
6. Verbandszugehörigkeit – ein gutes Zeichen
Die Mitgliedschaft in einem Heilpraktikerverband ist keine Pflicht, aber ein gutes Zeichen. Heilpraktikerverbände legen Ihren Mitgliedern meist zusätzliche Regeln und Qualitätskriterien auf, regen zum kollegialen Austausch an und bieten regelmäßig Fortbildungen an. All das kommt dem Patienten zugute.
7. Abrechnung nach GebüH
Die meisten Zusatzversicherungen und privaten Krankenkassen erstatten Heilpraktikerkosten nur im Rahmen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH). Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass Ihr Heilpraktiker ebenfalls nach GebüH abrechnet.
8. Achten Sie auf Fortbildungen
Engagierte Heilpraktiker versuchen Ihr Wissen kontinuierlich zu aktualisieren und zu erweitern. Da Fortbildungen Zeit und Geld kosten, weisen die meisten Heilpraktiker auch stolz auf absolvierte Kurse hin. Der Hinweis auf Fortbildungen in der Praxis oder auf der Internetseite ist daher in der Regel ein gutes Zeichen.
9. Rufen Sie an!
Die meisten Heilpraktiker vergeben Termine nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung. Nutzen Sie diese Gelegenheit um Fragen zu stellen und sich so einen ersten Eindruck zu verschaffen. In einer guten Praxis wird man Sie natürlich stets auch am Telefon höflich und mit Geduld behandeln.
10. Der persönliche Kontakt
Der letzte und entscheidende Schritt ist natürlich stets der erste persönliche Kontakt. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Falls es zwischen Ihnen und dem Therapeuten nicht „funkt", scheuen Sie sich nicht, dies zu sagen und den Termin zu beenden. Wenn Ihnen Ihr Gegenüber aber sympathisch ist und einen kompetenten Eindruck macht, sind Sie auf dem richtigen Weg.
Autorin: Rita Clarin
Rita Clarin ist Heilpraktikerin in München. Ihre Fachgebiete umfassen Manuelle Therapien (Osteopathie, Wirbelsäulentherapie nach Dorn), Naturheilkunde und Ernährungsberatung. Die Heilpraxis Rita Clarin finden Sie unter www.praxis-clarin.de